Charlotte (16) – aus Frankfurt

Dieses Jahr ist es soweit. Nach so langer Zeit warten und geduldig sein, ist es endlich soweit: Mein Auslandsjahr beginnt!

Den Wunsch nach einem Auslandaufenthalt für längere Zeit hatte ich schon sehr, sehr lange. Und seit einiger Zeit war auch bereits klar, wohin genau es gehen sollte. Ich wollte nach Nova Scotia, Kanada. Geplant war, dass das Abenteuer am 4. September 2020 starten würde, doch wie ja jeder weiß, ist das Jahr 2020 etwas anders und leider bekannt dafür, Pläne durcheinander zu werfen. Und so änderte sich auch einiges mit meinem Auslandsaufenthalt.

Aufgrund geschlossener Grenzen Kanadas Ende August war ich zunächst nicht in der Lage, mein Auslandjahr zu starten. Ich war sehr enttäuscht und traurig, da ich unbedingt weg wollte und mein Abenteuer starten wollte, einfach mein eigenes Ding machen wollte. Doch plötzlich wurde mir bewusst, dass ich den Auslandsaufenthalt doch starten konnte, ich musste nur mein Ziel ändern. Ich entschloss mich, nach Irland zu gehen. Und so kam es, dass ich schon eine Woche nach dieser Überlegung am 13. September 2020 im Flugzeug saß – auf dem Weg nach Dublin.

Nachdem ich in Dublin angekommen war, wurde ich von einem Fahrer der Agentur vom Flughafen abgeholt und zu meiner Gastfamilie gebracht, die im Süd-Westen Irlands in Limerick wohnt. Ich hatte mir vorher oft Gedanken gemacht, wie es sein würde, meine Gastfamilie das erste Mal zu sehen. Ich dachte immer, es werde komisch, niemand würde etwas sagen und die ganze Zeit würde eine peinliche Stille herrschen. Doch es war ganz anders! Meine Gastfamilie nahm mich sehr lieb und offen in Empfang und ich war direkt mitten im Geschehen. Ich habe mich von vornerein wohl gefühlt, was auch sehr gut so war, da ich die nächsten zwei Wochen nur mit meiner Familie zusammen war.

Ich musste nämlich in Quarantäne. Das heißt, die nächsten zwei Wochen waren sehr gemütlich. An den Vormittagen war ich meistens alleine, konnte also ausschlafen, mir Frühstück machen, Filme schauen und mit den Hunden rausgehen. Am Nachmittag war hier immer sehr viel los, da ich drei kleine Gastgeschwister habe. Ich habe meiner Gastmutter mit dem Kochen geholfen, bin mit zu den Hobbies meiner Gastgeschwister gefahren und habe mit ihnen gespielt oder bin mit ihnen nach draußen gegangen. Mir war nie langweilig und es gab immer etwas zu tun. Über die zwei Wochen hinweg habe ich mein Zimmer eingerichtet, habe mein Englisch schon etwas verbessert und mich immer mehr eingelebt.

Ich kann jedem empfehlen, auch wenn sich Pläne ändern und es nicht direkt so ist, wie man es sich vorgestellt hat, trotzdem das Auslandsjahr anzugehen. Nachdem ich jetzt hier bin, kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, in einem anderen Land zu sein und vor allem nicht in einer anderen Familie, die mir hier nämlich so schnell ans Herz gewachsen ist, dass ich schon bei dem Gedanken, hier wieder wegzumüssen, traurig werde. 

Meine ersten Tage in der Schule

Die ersten Tage in einer neuen Schule sind glaube ich immer sehr aufregend. Wenn man dann noch auf eine neue Schule in einem neuen Land mit einer anderen Sprache geht, dann ist es sicherlich doppelt so aufregend. Das alles dachte ich mir, bevor ich hier in Irland zur Schule gegangen bin. Und jetzt nach den ersten zwei Wochen Schule kann ich sagen, dass es wirklich sehr aufregend ist.

Die Angst, die ich vorher hatte, keine Freunde zu finden, nichts zu verstehen und insgesamt nicht den Anschluss zu finden, war total überflüssig. Die Iren sind so lieb, offen und hilfsbereit. Das ist mir direkt am ersten Tag aufgefallen, als mir ein paar Mädchen aus meiner Stufe geholfen haben, den Direktor und alle Räume zu finden. Ich war nie alleine, da immer jemand hilfsbereit auf mich zu kam und mit mir geredet hat. Klar in den ersten Pausen stand ich auch manchmal alleine da, aber dann musste ich einfach nur auf eine Gruppe zugehen, und ich wurde direkt mit offenen Armen in Empfang genommen.

Auf der einen Seite ist die irische Schule der deutschen Schule ähnlich, aber auf der anderen Seite sind die beiden Schulsysteme komplett verschieden. Während wir in Deutschland anziehen dürfen, was wir wollen, ist es in Irland Pflicht, eine Schuluniform zu tragen. Die ersten Tage in einer Schuluniform sind seltsam und man fühlt sich vielleicht auch etwas seltsam, aber schon nach wenigen Tagen gewöhnt man sich daran und kann sich kaum noch vorstellen, mit den eigenen Anziehsachen zur Schule zu gehen.

Insgesamt ähnelt das Schulsystem mit der Secondary School in Irland etwas dem System der deutschen Oberstufe. Es gibt Pflichtfächer wie Englisch, Religion, Mathe… Und dann gibt es vier Fächer, die man selbst wählen kann. Ich habe beispielsweise die Fächer Biologie, Home Economics, Musik und Französisch. (Also diese Fächer gibt es im 5. Schuljahr, das ich besuche) Es gibt aber auch Fächer wie Landwirtschaft, Werken, Business und Kunst.

In so gut wie jedem Fach kann man sein Level wählen. Entweder möchte man das Fach in Higher Level oder Ordinary Level belegen. In Mathe bin ich zum Beispiel in Ordinary Level, was ich nach zwei Wochen Higher Level ausprobieren, auch nur empfehlen kann.

In den meisten Fächern ist man mit verschieden Mitschülern zusammen, was ziemlich cool ist, um viele neue Leute kennenzulernen. Und die zwei sehr langen Pausen, die man hat, sind auch perfekt, um neue Kontakte zu knüpfen.

Am Anfang sind Fächer wie Biologie und Englisch sehr schwer zu verstehen, da sie ein hohes Englisch Niveau beanspruchen, aber man gewöhnt sich daran, und ganz schnell kann man den Unterricht ohne Probleme verfolgen.

Von Tag zu Tag wurde die Schule immer einfacher für mich und ich habe mich immer mehr gefreut hinzugehen. Was für mich sehr schön war – als ich nach dem ersten Wochenende wieder in die Schule kam und bekannte Gesichter sah und schon wusste, zu wem ich gehen und übers Wochenende reden kann :)

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