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Oft heißt es, nur vierblättrige Kleeblätter bringen Glück. Im vergangenen Herbst erfuhr ich, dass auch ein dreiblättriges für Glücksmomente sorgen kann: „The Shamrock“, das inoffizielle Nationalsymbol Irlands steht mit seinen drei Blättern für die Dreifaltigkeit, die Irlands Schutzpatron St. Patrick lehrte. Für mich steht der Shamrock seit meiner Zeit in Irland für glückliche Erinnerungen.

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Glücksfall 1

Es begann mit dem Vorsatz, dass ich mein Englisch verbessern und dabei ein Land kennenlernen wollte, in dem ich noch nicht gewesen war. Davon erzählte ich meiner Freundin Tanja bei einem gemeinsamen Abendessen im letzten Sommer. Sie betreibt den Reise-Blog Vielweib on tour. Und schneller als gedacht wurde alles sehr konkret: Die bestens vernetzte Tanja erzählte mir von Deirdre, die seit kurzer Zeit Sprachreisen für Erwachsene nach Irland organisiert. Laut ihrer Website nowyou-english war die nächste Erwachsenen-Sprachreise erst für Mai 2020 geplant. Das war mir dann wiederum nicht schnell genug. Denn wenn ich einmal etwas vorhabe, möchte ich es am liebsten direkt umsetzen. Also schrieb ich Deirdre eine Mail, ob es vielleicht auch irgendwie eine frühere Möglichkeit für mich gäbe. Und prompt kam eine positive Antwort und wir telefonierten kurz darauf.

Glücksfall 2

Ich spürte sofort Deirdres Begeisterung für „ihr“ Irland, sie sprudelte nur so voller Ideen und Anregungen für mich. Wir einigten uns darauf, dass ich unabhängig von einer Gruppenreise eine Woche im Oktober individuell bei einer Frau in Ennis, ihrem Heimatort, wohnen und dort ins Clare Language Centre zum Einzel-Englischkurs gehen würde. Denn ab Herbst sind wenige Schüler dort für Sprachreisen. Das klang echt perfekt: Ich würde bei jemandem wohnen, mit dem ich rund um die Uhr Englisch sprechen könnte und dort ein Zimmer mit eigenem Bad bekäme.

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Glücksfall 3

Schnell war alles gebucht. Ich hatte online einen Einstufungstest durchgeführt und mit Mary von der Sprachschule telefoniert. Dieses Gespräch verlief so sympathisch und ich fühlte mich gar nicht so unsicher beim Englisch sprechen wie befürchtet, so dass ich mich umso mehr auf die bevorstehende Zeit freute. Die beiden Wochenenden am Anfang und am Ende der Reise wollte ich in Dublin verbringen, um mir die Hauptstadt anzusehen. Dafür suchte ich nur noch ein Hotel. Bei einem Sommerfest kam ich mit einer Reisejournalistin ins Gespräch und erzählte ihr von meinen Plänen. Dabei kam mir die Idee, dass sie mir bestimmt ein Hotel in Dublin empfehlen könnte, da sie ja schon so viel von der Welt gesehen hatte,. Und schon wieder ein Glückstreffer: Cornelia ist nicht nur Reisejournalistin, sondern auch Irlandexpertin. Und zack hatte ich nicht nur Hoteltipps, sondern auch noch zwei tolle Irland-Reiseführer von ihr in der Hand. Besonders empfehlenswert finde ich 111 Gründe, Dublin zu lieben. Dieses Buch ist wunderbar zu lesen und ich habe sehr viel von Cornelias Tipps umgesetzt und so viele Highlights erlebt. Zum Beispiel ein Spontankonzert auf der beliebten Grafton Street, der Haupteinkaufsstraße von Dublin. Das war einer von vielen Glücksmomenten in Irland. Denn mitten auf der Straße tanzten und sangen am helllichten Tag alle gemeinsam: Schüler in Schuluniform, Geschäftsleute in der Mittagspause, Rentner beim Shoppen und Touristen wie ich. Grundlagenwissen zu Irland vermittelte mir ergänzend das andere Buch von Cornelia, der ADAC-Reiseführer Irland.

Dublin I

Aber nun wieder der Reihe nach: Nach einem reibungslosen Flug und Transfer via Flughafenbus checkte ich im Wynn’s Hotel ein. Dies ist ein traditionsreiches, leicht angestaubtes Boutiquehotel zentral in der Nähe der O’Connell Street. Die Mitarbeiter waren sehr nett und an einigen Stellen musste ich über den altmodischen Charme schmunzeln. Bei einer free walking tour am nächsten Tag lernte ich dank eines sehr sympathischen und viel wissenden Guides die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Dublins kennen und erfuhr eine Menge über die Geschichte der Stadt und über Irland. In der Nähe von Dublin Castle, am Ende der Tour, überraschte mich ein heftiger Regenschauer, so dass ich in die Chester Beatty Library flüchtete, einer umfangreichen Privatsammlung des amerikanischen Industriellen Alfred Chester Beatty. Ich gebe zu, die antiken bis mittelalterlichen Handschriften, Drucke, Bücher und Kunstgegenstände fand ich nicht sonderlich spannend. Aber das Bistro Silk Road Kitchen im Erdgeschoss war super gemütlich und ich sah den selbstgemachten Snacks und Kuchen ihre liebevolle Zubereitung an. Am Abend erlebte ich dafür die erste kulinarische Enttäuschung in Irland. Im Glauben, dass es sich um eine klare Fischsuppe handelt, das einzige Gericht ohne Fleisch im Hotelrestaurant, bestellte ich „seafood chowder“. Leider stellte es sich als püreeartiges Irgendetwas mit wenig Geschmack heraus. Aber das dazu gereichte Irish Sodabread war direkt mein Fall.

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Überraschung I und Glücksfall 4

Am nächsten Morgen saß ich voller Vorfreude und ein wenig Aufregung im Fernbus „Dublin Coach“ auf dem Weg nach Ennis, meinem Zuhause für die nächste Woche. Wie schon beim Transport vom Flughafen nach Dublin stellte ich fest, dass Irland über ein hervorragendes Busnetz – selbst in entlegenste Gebiete – verfügt. In vielen Bereichen auch fortschrittlicher und günstiger als in Deutschland. Auf der vier Stunden langen Fahrt bekam ich einen guten Überblick über die verschiedenen Landschaften, die Architektur und Infrastruktur Irlands. Wunderbar diese Weite und die endlos grüne Natur. Nur Schafe sah ich leider keine.

In Ennis angekommen, lief ich die drei Kilometer bis zur Adresse, die ich von meiner Gastgeberin Marian erhalten hatte, zu Fuß. Denn so erkunde ich neue Umgebungen am liebsten und hatte ja lange genug gesessen. Ich war sehr gespannt auf Marian, die in ihren Mails sehr lebensfreudig klang, und ihren kleinen Hund Ben, der sehr verspielt sein sollte. Auf dem Weg durch Ennis verliebte ich mich sofort in das kleine, friedliche Städtchen mit seinem beeindruckenden Kloster, den teilweise mittelalterlich wirkenden Gebäuden und dem reißenden Fluss Fergus, den ich noch viele Male in den nächsten Tagen überqueren würde. Und dann stand ich schon vor dem Haus von Marian. Doch auch nach mehrmaligem Klingeln öffnete niemand. War die Adresse falsch oder das Datum? Laut meinen Unterlagen nicht. Also rief ich sie auf dem Handy an, denn die Nummer hatte ich glücklicherweise auch bekommen: Sie war überrascht, dass ich schon da war und käme gleich vom Einkaufen zurück. Und wenige Minuten später brauste ein kleines rotes Auto um die Ecke. Lachend sprang eine Frau Ende vierzig mit rötlichen Locken heraus und umarmte mich herzlich. Aus dem Auto hörte ich freudiges Hundegebell. Lustig, ich hatte mir Marian ganz anders und viel jünger vorgestellt, denn sie hatte mir erzählt, dass sie Studentin ist. Aber mit diesem herzlichen Menschen hatte ich wirklich einen Glücksgriff getan. „Come in with me and let’s drink a tea. Then I will let the beast out of the car“, sagte sie lächelnd. Aber ich war so neugierig auf den Hund, dass ich sie überredete, ihn schon mit ins Haus zu nehmen. Und sie hatte nicht übertrieben, Ben war wirklich ein total verspielter, energiegeladener Hund, der wie verrückt durch die Wohnung tollte, freudig an uns hochsprang und jeden Gegenstand, den er zu fassen bekam, als Spielzeug nutze. Daher musste ich immer alles schnell vor ihm in Sicherheit bringen, besonders meine Schuhe.

Überraschung II

Am nächsten Tag war dann mein „erster Schultag“ am Clare Language Centre und ich war schon ein wenig nervös. Nach einem kurzen Fußweg durch einen Park stand ich vor dem großen blauen Gebäude im Stil des Neoklassizismus, das mit seinen Giebelfenstern fast schon ehrfürchtig an eine Schule aus dem letzten Jahrhundert erinnerte. Ich ging die steile Treppe hinauf und betätigte den Türklopfer. Nichts regte sich. Ich drückte gegen die Tür. Sie öffnete sich nicht. Nach einem erneuten Klopfen wartete ich einige Minuten. Vergeblich. Also ging ich ums Haus herum und suchte nach einem anderen Eingang. Es gab eine Art Kellertreppe, aber auch dort war die Tür verschlossen. Hm, hatte ich mich nun wirklich im Termin geirrt? Telefonisch konnte ich dieses Mal niemanden erreichen. Da kam plötzlich eine ältere Frau aus der Kellertür. Ich fragte sie, ob dort der offizielle Eingang zum Clare Language Centre sei. Da lachte sie und meinte: „Not really.“ Und fragte, warum ich nicht die Tür oben nutzen würde. Denn diese war doch offen, ich hatte nicht fest genug gedrückt. Und tatsächlich, mit dem richtigen Ruck ging sie auf und ich guckte peinlich berührt in die Augen von meinem Lehrer Peter, der mich musternd ansah. Ich murmelte etwas von „German Pünktlichkeit“ und versuchte zu erklären, warum ich 15 Minuten zu spät war. Egal, ob Peter es mir geglaubt hat oder nicht, der Unterricht bei ihm war super! Er ist sehr intensiv auf meine Wünsche eingegangen, so wollte ich zum Beispiel typische englische Redewendungen kennenlernen, endlich den Einsatz der tenses beherrschen und meinen Vokabelwortschatz vergrößern. 

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Schnell erhöhte er das Lernlevel und es machte mir richtig Freude zu merken, wie schnell ich Fortschritte machte. Schon nach dem ersten Unterrichtstag, der leider um 13 Uhr bereits wieder vorbei war, war ich so motiviert, dass ich erstmal ins Zentrum von Ennis ging, mir ein Vokabelheft besorgte und mich mit meinen Hausaufgaben in ein süßes Café setzte. Dort war es so gemütlich und ich war so im Englisch-Flow, dass es schon dunkel war, als ich zahlte und wieder zu Marian und Ben nach Hause kam. Sie hatte schon gekocht – eine extra große Portion Gemüse aus dem Backofen für mich als Vegetarierin und für sich dazu noch gebratenes Hühnchen. Wir unterhielten uns über unseren Tag, spielten noch ausgiebig mit Ben und zogen uns dann in unsere Zimmer zurück.

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Der Glücksmoment

So ähnlich verlief auch mein nächster Schultag. Dieses Mal war ich aber nur kurz im Café und fuhr anschließend mit dem Bus zu den berühmten Cliffs of Moher. Die Busverbindungen in Irland sind echt super! Ennis ist nun wirklich keine große Stadt, aber man kommt ohne umzusteigen in viele Ecken von Irland. Während der Busfahrt genoss ich wieder die unendliche Weite und das satte Grün der Insel. Die Steilklippen Cliffs of Moher gehören zu den Top-Sehenswürdigkeiten von Irland. Im November unter der Woche ist es aber angenehm leer und entspannt. Und ich hatte ein riesiges Glück mit dem Wetter. Denn die Cliffs sind ein Naturphänomen, das mit der passenden Beleuchtung erst richtig zur Geltung kommt. An vielen Stellen ragen die Klippen fast senkrecht aus dem Atlantik und haben eine Höhe von bis zu 200 Metern. Der Weg entlang der Cliffs ist teilweise nicht befestigt und daher etwas abenteuerlich, so wie ich es gerne mag, und ich konnte sehr nah an die Klippen herantreten, um sie zu bewundern. Ich ging einige Kilometer des Weges entlang und blieb immer wieder stehen, um den faszinierenden Blick auf die Felsen und das tosende, unendlich wirkende Meer zu genießen. Nach meinem Spaziergang war das Visitor Centre leider schon geschlossen, also musste ich draußen auf den letzten Bus zurück nach Ennis warten. Da die Sonne mittlerweile untergegangen war, war es ganz schön kalt. Und der Bus wollte einfach nicht kommen. Aber so kam ich mit zwei Irinnen ins Gespräch und freute mich über den englischen Small Talk. Zufällig kamen sie auch aus Ennis, waren aber noch nie in Dublin gewesen und fanden interessant, was ich ihnen von ihrer Hauptstadt erzählen konnte. Die Busfahrer in Irland sind übrigens auch toll, so haben sie mich nicht nur oft von sich aus zum Studenten-Preis mitfahren lassen, sondern halten auch auf Wunsch zwischen offiziellen Haltestellen, wenn man aussteigen möchte.

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Der Abschied

Die nächsten Tage ging der Unterricht im Clare Language Centre in meinen Augen immer viel zu schnell zu Ende, denn es hat richtig viel Spaß gemacht und die schnellen Fortschritte waren sehr motivierend. So ließ ich mir auch immer eine Menge Arbeitsblätter mitgeben, um nachmittags nach einem Spaziergang – mit oder ohne Ben – weiter üben zu können. Dazu kamen die englischen Gespräche mit Marian und ich wünschte, meine Zeit in Irland hätte sich nicht schon so schnell dem Ende geneigt. Aber es lag ja noch ein Wochenende in Dublin vor mir und im nächsten Jahr wollte ich unbedingt wieder eine Sprachreise unternehmen.

Marian sagte, dass sie die Zeit mit mir ebenfalls so sehr genossen hatte, dass sie unbedingt wieder Schüler vom Language Centre bei sich wohnen lassen wolle. Nach einigen schlechten Erfahrungen sollte ich eigentlich eine letzte Ausnahme sein. Ich wünsche ihr natürlich, dass sie nur noch gute Erfahrungen macht. Denn eine bessere Gastgeberin hätte ich mir nicht vorstellen können. Zum Abschied kochte ich für uns beide Spaghetti mit Gemüsesoße, eines meiner Lieblingsrezepte, war aber etwas skeptisch, ob es Marians irischem Gaumen schmecken würde. Aber wie es das tat, sie war vom „veggie food“ regelrecht begeistert.
Nun aßen wir ein letztes gemeinsames Mal zusammen Frühstück und sie fuhr mich anschließend zur Haltestelle des Dublin Coach. Nach einer festen Umarmung zum Abschied fuhr ich dann wieder Richtung Dublin und freute mich auf das Wochenende, das noch vor mir lag.

Dublin II und Überraschung III

Dieses Mal hatte ich ein sehr neues, stylisches Boutiquehotel mit dem NamenThe Alex gebucht. Es lag auf der anderen Seite der Liffey, so dass ich nun zu Fuß die südlicheren Stadtteile von Dublin erkunden konnte. Im Hotel wurde ich direkt von einer heimeligen Atmosphäre empfangen und freute mich über das ansprechende Design aus einer Mischung von Moderne mit einer Coworking-Area im Industrial Style und plüschigen Sesseln und Sofas. Eine besonders große Überraschung erwartete mich dann in meinem Zimmer. Nicht nur, dass es riesig und sehr komfortabel eingerichtet war. Auf dem kleinen Tisch stand zudem ein Kühler mit einer großen Flasche Prosecco und daneben zwei Stücke Schokokuchen mit flüssigem Kern. Ich überprüfte nochmal, ob ich wirklich im richtigen Zimmer war. Aber ja, auf der Bestätigung meines Online-Check-Ins stand mein Name und ein Einzelzimmer mit der richtigen Zimmernummer. Eine kleine Karte verriet mir dann, dass dies das Dankeschön sei, weil ich direkt beim Hotel gebucht hatte und nicht über ein Portal wie HRS oder so. Da ich selbst in der Hotellerie arbeite, ist dies für mich selbstverständlich. Denn ich weiß, wie hoch die Provisionen sind, die Hotels an diese Portale zahlen müssen. Umso mehr freute ich mich über dieses Dankeschön.

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Glücksfall 5

In den nächsten beiden Tagen erkundigte ich nun auf eigene Faust viele Tipps aus Cornelias Reiseführer. Denn die free walking tour am ersten Dublin-Wochenende hatte mir schon einen guten Überblick über die Stadt verschafft und der Fluss Liffey mit seinen zahlreichen Brücken bot mir immer eine gute Orientierung. In der Zwischenzeit hatte ich auch Cornelias Bücher mehrfach durchgeblättert, so dass ich ausgewählt hatte, was mich besonders interessieren würde. Los ging es mit dem Merrion Square, einer Grünanlage, die von Häusern mit lauter bunten Haustüren umgeben ist. Dort hatten unter anderem Oscar Wilde, Daniel O’Connell und William Butler Yeats gewohnt. Anschließend flanierte ich durch den größeren Park St. Stephen’s Green und kam zum Little Museum of Dublin. Hier hatte ich wieder einmal Glück. Denn ich bekam durch einen glücklichen Zufall den Eintrittspreis geschenkt: Ich sah, dass eine Frau vor mir Geld verloren hatte und rief sie, um ihr den 50 Euro-Schein wieder zu geben. Dies bekam der Kassierer mit und schenkte mir aufgrund meiner Ehrlichkeit den Eintritt. Für mich war das selbstverständlich, aber die Einladung nahm ich gerne an. Es folgte eine sehr kurzweilige und interessante Führung durch die zwei Räume voll mit unzähligen Gegenständen, Bildern und Artefakten der jüngsten Geschichte Irlands, vom Osteraufstand über Irlands bekannte Schriftsteller wie James Joyce bis zum Aufstieg der Band U2.

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Den Abend ließ ich dann in einem gemütlichen Pub mit toller Livemusik und einem leckeren vegetarischen Essen ausklingen. Die Pubs mit Live-Musik und gesprächigen Mitarbeitern sind echt schön, besonders, wenn man alleine unterwegs ist. Da geht man auch gerne außerhalb vom Hotel ohne Begleitung essen.

Am nächsten Tag ging ich erstmal zu Sweny’s“, der bekannten Pharmacy aus James Joyces Roman Ulysses. Hier hatte der Romanheld Leopold Bloom ein Stück Zitronenseife gekauft, das ihn als Glücksbringer durch Dublin begleitete. Und seitdem feiern Ulysses-Fans am 16. Juni den Bloomsday. Das kleine, von außen unscheinbare Ladenlokal, ist noch so eingerichtet wie damals im Jahr 1904, als Leopold Blum dort einkaufte. Heute sind die Apotheker-Regale aus Mahagoniholz vollgestopft mit Büchern, Krimskrams und zahlreichen Andenken an James Joyce und seine Romane. In den Vitrinen befinden sich unzählige Apothekerfläschchen und Flacons verschiedener Größen. Der 12 Quadratmeter große Raum steht heute unter Denkmalschutz und ist eine Mischung aus Secondhand-Buchhandlung und klitzekleinem Museum. Die berühmte Seife kann man natürlich immer noch kaufen und der sympathische Verkäufer mit dem krausen grauen Lockenkopf verwickelt jeden Kunden charmant in ein Gespräch und lädt zu seinen Lesungen ein.

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Ein letztes Highlight für mich in Dublin war das EPIC – The Irish Emigration Museum. In dem neu eröffneten Museum erlebte ich eine spannende Zeitreise durch die irische Geschichte. Diese geht von der Großen Hungersnot (1845-1849) bis heute. Verschiedene Installationen, Original-Gegenstände, Filme und Animationen geben einen unterhaltsamen und interessanten Überblick über Migration, berühmte irische Vorfahren wie Che Guevara, irische Kultur und Musik, Forschung, Design, Literatur und die Brauchtümer zum St. Patricks Day rund um die Welt. Dieses Museum hat mich wirklich sehr beeindruckt und hat mir besonders deutlich gemacht, wo überall auf der Welt irische Einflüsse zu finden sind, da die Große Hungersnot zu einer extremen Migration von Irland aus rund um den Globus gesorgt hatte.

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Ich könnte hier noch viele weitere tolle Museen, Geschäfte, Sehenswürdigkeiten und schöne Viertel von Dublin aufzählen und verweise daher gerne noch einmal auf Cornelias „111 Gründe, Dublin zu lieben.“

Zusammengefasst waren diese 10 Tage in Irland ein unvergessliches Erlebnis und neben Englisch habe ich sehr viel über Irlands Geschichte und Natur gelernt sowie eine besonders warme Gastfreundschaft kennengelernt.

Dafür bin ich Deirdre, Marian, Tanja, Cornelia und dem Clare Language Centre unglaublich dankbar!

Catherine

 

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Fotos © Catherine